Alle lieben es. Unser liebstes Sommeressen ist das Speiseeis! Die Auswahl an Eis ist heutzutage so groß, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. In Deutschland sind Vanille, Schokolade und Erdbeer immer noch die beliebtesten Eissorten, gefolgt von Stracciatella, Joghurt und Zitrone. Doch kennen Sie die lange Geschichte unseres Speiseeis?

Eis von der Antike bis zum Mittelalter

Angefangen hat es mit Sorbet ähnlichem Speiseeis und Wassereis in der Antike, ungefähr 3000 Jahre vor Christus in China und Griechenland. Natürlich gab es damals noch keine Kühltruhen und Eismaschinen. Ein griechischer Dichter berichtet über Gletscherschnee mit Zutaten wie Früchten, Honig und Rosenwasser. Alexander dem Großen und Hippocrates werden eine Vorliebe für Wassereis nachgesagt, das ihnen wahrscheinlich – ähnlich wie den römischen Kaisern und König Salomo – von Bergen und Gletschern gebracht und in Erdgruben aufbewahrt wurde.

Mit dem Untergang des römischen Reiches ging das Wissen um Speiseeis verloren und wurde erst mit den Kreuzfahrern im 11. Jahrhundert aus dem arabischen Raum als Scherbet = Sorbet (eine halbgefrorene Speise aus Fruchtsaft oder Fruchtpüree) wiedergebracht.

Der Ursprung des heutigen Speiseeis in Italien

1530 erzeugte ein italienischer Zuckerbäcker aus Catania zum ersten Mal künstliche Kälte mit Hilfe von Salpeter. Eis war zu dieser Zeit ein Luxusspeise und deshalb unter Reichen und an den Höfen sehr beliebt. Von Italien kam es durch Katharina von Medici an den französischen Hof. Die Rezepte wurden damals geheim gehalten und erst unter Ludwig XIV mit einer neu eingeführten Steuer verkauft. So eröffnete Francesco Procopio die Cultelli, ein Koch Ludwigs XIV, 1686 in Paris das erste Eiscafe auf nicht-italienischem Boden. Um 1700 wird Eis auch in anderen Ländern bekannt.

Speiseeis in Amerika

Ungefähr 1780 begeisterte sich George Washington für Speiseeis, kaufte sich eine Eismaschine und führte das Servieren von Eiscreme auf nachmittäglichen Empfängen ein. 1843 erfand die Hausfrau Nancy Johnson die erste Eismaschine, bei ein Faß von außen durch Wasser und Salz gekühlt wurde und die Eiszutaten innen mit einem mechanischen Quirl während de Kühlvorgangs verrührt wurde. 1923 ließ sich der amerikanische Limonadenhersteller Frank Epperson das Eis am Stiel patentieren. Erfunden hatte er es bereist 1905 rein zufällig: als er ein Glas Limo mit Löffel über Nacht im Freien stehenließ. Es gefror zu Wassereis mit Löffelstiel.

Eis in Deutschland

Bereits 1597 erscheint in einem deutschsprachigen Kochbuch von Anne Wecker (überhaupt das erste deutsche Kochbuch einer Frau) ein Rezept für gekühlten Milchrahm, der ersten Vorstufe von Milcheis. Aber erst 1799 eröffnet in Hamburg im Alsterpavillon die erste Eisdiele Deutschlands. 1876 wurde dann von Carl von Linde die Kältemaschine erfunden, so dass man ab sofort nicht mehr auf Stangeneis aus dem Winter oder aus Eiskellern angewiesen war. Eis setzte sich als Massenware durch und wurde bezahlbar.<(p>

Die Deutschen schlecken übrigens mit ca 8 Litern mehr Eis im Durchschnitt jährlich als die italienischen Erfinder. Auf den Plätzen vor uns sind die Skandinavier, nach uns kommen Frankreich, Italien und Griechenland.

Wie viele Eis-Sorten gibt es?

Es gibt unzählige Eissorten und der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Ob normales Vanilleeis, Maracuja-Eis, Kirscheis, Latte-Macchiato oder Schokolade-Chili, ständig fallen Eis-Herstellern neue Rezepturen ein, teilweise mit wirklich komischen Zutaten. Aus der Bio-Ecke erscheinen die neuesten Varianten Basilikum-Gurke, Avocado-Kokosmilch, Soja-Mocca oder Ingwer-Melisse. Für feurige Liebhaber gibt es Schoko-Rosa-Pfeffer oder Ananas-Chili, für Kinder Schlumpfeis und Gummibärchen-Eis, für Italien-Fans Bacci und Espresso, usw. Das Softeis ist übrigens verhältnismäßig jung: es wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts in Großbritannien kreiert. Ein Mitglied des Entwicklungsteams war Margarete Thatcher.

Und welche Eissorte mögen Sie am liebsten?