Wir gehen auf die Hochzeit des Karnevals zu. Doch die sogenannte 5. Jahreszeit beginnt für alle Närrinnen und Narren in den rheinländischen Karnevalshochburgen bereits wie jedes Jahr am 11. November. Auch in anderen Gegenden Deutschlands werden in dieser Zeit Vorbereitungen getroffen für die Faschingsumzüge, Sitzungen und Karneval-Partys, die an Weiberfastnacht (im Februar des darauffolgenden Jahres) starten und bis zum Aschermittwoch anhalten. Wo liegen eigentlich die Wurzeln des Karneval? Und wer weiß noch, welchen Ursprung bekannte Kostüme haben?

Fleisch, lebe wohl – Die drei Wurzeln des Karneval

Das Verkleiden, tanzen, Späße machen und das fröhliche „Helau!“ oder „Alaaf!“ im Frühjahr rufen hat gleich 3 verschiedene Wurzeln.

Das Frühlungsfest der Germanen

Die Ursprünge des Karnevals liegen zum einen im Frühlingsfest der alten Germanen, die sich ähnlich wie an Halloween gruselig verkleidet haben, ein großes Feuer entzündeten und laute Geräusche machten, um den Winter und die bösen Geister auszutreiben.

Das römische Saturnalienfest

Faschingskostüme
Das Fasching feiern geht aber auch zurück auf das römische Saturnalienfest, das ab 45 v. Chr. in Rom gefeiert wurde und bei dem die edlen Herren einen Tag lang ihre Sklaven bedienen mussten. Die Diener durften auch Witze erzählen und sogar Kritik gegenüber ihren Hausherren und Hausdamen äußern, wofür sie sonst bestraft worden wären. Sklaven und Hausherren tauschten die Kleidung und machten sich einen riesen Spaß daraus, an diesem Tag die Rollen zu tauschen. Aus dieser Tradition haben sich die heutigen “Büttenreden” entwickelt, bei denen meistens die Politiker oder die Menschen aus dem Nachbarort bei den Karnevalssitzungen aufs Korn genommen werden.

Die christliche Fastenzeit

Den dritten Ursprung hat der Fasching vom Christentum, denn vor der 40-tägigen Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt, wollten die Christen ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. die gesamten Fleischvorräte aufbrauchen, bevor es in die Fastenzeit ging, in der sie kein Fleisch essen durften. Papst Gregor der Große war es, der damals den alten römischen Brauch mit dem christlichen Fastenfest verband. Daher kommt auch der Begriff „Karneval“, man sagt dem Fleisch (auf Lateinisch = carne) „lebe wohl“ (auf Lateinisch = vale).

Welche Bräuche es zum Karneval gibt und wie er gefeiert wird, können Sie in unserem Blogartikel Fasching oder Karneval? nachlesen.

Warum am 11.11. um 11.11 Uhr?

Die Elf gilt als närrische und geheimnisvolle Zahl. Der 11. Tag im 11. Monat, an dem auch St. Martin gefeiert wird, liegt genau 40 Tage vor der Wintersonnenwende, der zeitlich fast mit Weihnachten zusammenfällt. Die Elf wurde im Mittelalter mit Hilfe des Glaubens gedeutet. Die Bibel war damals der Schlüssel, um zu sehen, was gut und was böse ist: Die Elf kennzeichnete alle Menschen, die sich nicht an die Zehn Gebote hielten, so auch die Narren in der Fastnacht. Ab 1823 wurde durch das „Festordnende Comité“ von Köln offiziell eingeführt, dass die 5. Jahreszeit am 11.11. um 11:11 Uhr beginnt. Und das ist bis heute so geblieben.

Traditionelle Kostüme an Karneval

Im Gegensatz zu Halloween, wo vor allem gruselige Kostüme wie Hexen, Geister, Kobolde oder Monster an der Tagesordnung sind, um die bösen Geister zu vertreiben, darf an Fastnacht der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Es gibt keine Vorschriften zum Verkleiden, hier zählt nur eins: Je bunter, desto besser. Und je weniger man den Menschen, der hinter der Verkleidung steckt erkennt, umso gelungener ist die Verkleidung. Was viele bestimmt nicht mehr wissen ist, dass die beliebtesten Karnevals Kostüme einen historischen Hintergrund haben. Schauen wir uns diese mal an.

Karnevals-KostümDie Regenten der Karnevalszeit – Die Prinzessin und der Prinz

In jeder Narrenhochburg wird zur Faschingszeit ein Prinz oder ein Prinzenpaar zusammen mit einer Prinzessin gekürt, das während des Karnevals repräsentative Aufgaben übernimmt. Der Prinz oder das Prinzenpaar wird meistens schon am 11.11. vorgestellt und muss bei diversen Veranstaltungen, wie Karnevalssitzungen und am Rosenmontagsumzug repräsentativ dabei sein. Karnevalsprinzen zu sein hat oft eine lange Familientradition in der jeweiligen Region, wenn z.B. der Papa und der Opa auch schon mal Karnevalsprinz waren. Das Prinzenpaar ist während der fünften Jahreszeit das Symbol der närrischen Herrschaft, das ständig in der Öffentlichkeit steht und von Sponsoren unterstützt wird. Die Verkleidung als Prinz oder Prinzessin ist deshalb nicht nur sehr beliebt bei Mädchen und Jungen, sondern auch bei Männern und Frauen.

Das Funkenmariechen und das Tanzmariechen

Das Funkenmariechen oder Tanzmariechen ist eine traditionelle Faschingsfigur, die man vor allem im Rheinland kennt. Sie gehen auf die früheren Marketender zurück, die seit dem Mittelalter militärische Gruppen begleitet und ihnen Waren und Dienstleistungen verkauft haben. Tanz- oder Funkemariechen treten einzeln oder paarweise in Tanzgarden auf und fallen vor allem durch ihr Outfit auf: Die typische Kleidung des Funkenmariechen erinnert an die Uniformen aus dem 18. Jahrhundert: Dreispitz (eine Hutform mit dreiteilig nach oben geklappter Krempe), Perücke und Uniformjacke. Später kamen ein kurzes Röckchen (oft plissiert) und darunter ein Petticoat (ein bauschig-weiter Unterrock aus versteiften Nylon-Stoffen), eine Strumpfhose und ein weißes Spitzen- oder Rüschenunterhöschen hinzu.

Welches Kostüm tragen Sie zum Karneval? Und für welche Verkleidung entscheiden sich Ihre Kinder? Schauen Sie mal bei www.kombiniere.com vorbei, wir haben süße Faschings-Kostüme im Angebot!

Wir wünschen allen Närrinnen und Narren eine schöne Faschingszeit und viel Spaß beim Verkleiden!